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Ein besonderer Höhepunkt in der noch jungen Geschichte des Symphonischen Blasorchesters München im AGV wird das Konzert zum Wintersemester 2019/20 darstellen: mit Percy A. Grainger’s „Lincolnshire Posy“, Johan de Meij’s „Casanova“ sowie James Barnes‘ „Third Symphony“ präsentiert das Ensemble ein Programm der Extraklasse.

Percy A. Graingers musikalisches Blumensträußchen „Lincolnshire Posy“ gilt seit seiner Uraufführung 1937 als Meilenstein in der Blasorchesterliteratur. Grainger schuf mit seinen Bearbeitungen alter Volkslieder, die er in der namensgebenden Grafschaft Lincolnshire sammelte, ein Werk, das bis heute in Puncto Kreativität, Farbigkeit und Instrumentierungskunst seinesgleichen sucht.

Mit Jaka Stadler, Cellist aus den Reihen des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, konnte ein außergewöhnlicher Solist für das ebenso außergewöhnliche Werk „Casanova“, einem musikalischen Portrait dieser illustren Persönlichkeit aus der Feder Johan de Meij’s gewonnen werden. Johan de Meij schildert in seiner preisgekrönten Komposition einige der aufregendsten Episoden aus dem bisweilen abenteuerlichen Leben Casanovas, welcher in diesem Tongemälde durch das Solo-Cello in brillanter Weise verkörpert wird.

Das Hauptwerk des Abends wird James Barnes großangelegte dritte Sinfonie sein, die nach Angaben des Komponisten unter größtem emotionalen Kräfteverscheiß entstand und der er selbst am ehesten den Beinamen „Die Tragische“ gegeben hätte: Sie entstand unter den Eindrücken unmittelbar nach dem Tod seines Babys Nathalie und ist mehr als eine bloße Verarbeitung dieses Schicksalsschlages. Das Werk entwickelt sich im ersten Satz aus tiefster Dunkelheit und Verzweiflung, Frustration und Hoffnungslosigkeit über einen mit bitterer Süße und beißendem Spott geprägten zweiten Satz zum wunderbar warmen und hinreißenden dritten Satz, den Barnes als seinen persönlichen Abschied von seinem Kind bezeichnet. Den letzten Satz schließlich beschreibt er selbst als „Versöhnungsversuch“ – ein fulminantes Finale, das seine Vollendung nahezu zeitgleich mit der Geburt von James Barnes‘ zweitem Kind, einem Sohn, erfuhr.