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von Peter Handke | Ein Stück ohne Sprache aber mit viel Musik

Ein Platz. Irgendwo in Deutschland. Menschen. Sie kommen und gehen, sie kennen sich nicht und begegnen sich, wenn überhaupt, dann nur flüchtig. Der Zuschauer wird Zeuge eines endlosen Bands von Mini-Geschichten, Sekunden-Dramen, Moment-Tragödien und Augenblicks-Komödien. Stereotype Situationen wechseln ab mit besonderen Momenten, erkennbare Gruppen wie Geschäftsleute oder Touristen überqueren den Platz ebenso wie ein Narr. Was bewegt den jungen Mann mit dem Teppich? Und was ist der nassen Gestalt passiert? Woher kommen sie, all diese verschiedenen Figuren? Und: wohin gehen sie? Was treibt sie an? Was fühlen sie? Individuelle Schicksale. Vor den Augen des Zuschauers breitet sich ein Kaleidoskop menschlicher Vielfalt aus. Humorvoll, tragisch, witzig, erschreckend, erheiternd.

Die Auf- und Abtritte der vielen einzelnen Figuren und Gruppen, lassen dem Zuschauer Raum für Assoziationen und Interpretationen. Und sie lassen ihm Raum für Gefühle. Und für Gedanken über die Welt. Nichts wird erklärt, und trotzdem scheint manches klar. Peter Handke schrieb dieses Stück ohne Worte bereits 1992. Zur Zeit erfährt es an großen und kleinen Bühnen im In- und Ausland eine große Renaissance.

Für uns, die Große Theatergruppe des AGV ist »Die Stunde da wir nichts voneinander wussten« nach unserer modernen Faustinterpretation der vorangegangenen Produktion, eine völlig anders geartete aber ebenso große Herausforderung und ein neues Terrain das wir betreten. Keine Worte, alle Figuren über den Körperausdruck und die dadurch sichtbar werdenden Gefühle erschaffen, ohne dabei in Pantomime zu verfallen, zigfacher Kostümwechsel in Sekundenschnelle, ein vergrößertes Gesamtensemble und eine eigens von dem Komponisten Rudolf Gregor Knabl  für diese Produktion geschriebene Musik – das ist das Vergnügen, das wir Ihnen und uns bereiten wollen.